Nordmazedonien . Das jüngste Land auf der Balkanhalbinsel öffnet sich mehr und mehr dem Tourismus.

Bild zeigt die Kirche des heiligen Johann von Kaneo am Ohridsee in Nordmazedonien.

Die Hauptstadt Skopje und der Ohridsee sind nur zwei Highlights aus einem riesigen Angebot an sehenswerten Orten.

Der Binnenstaat Nordmazedonien mit einer Fläche von 25.713 km² grenzt im Osten an Bulgarien (162 km), im Süden an Griechenland (234 km), im Westen an Albanien (181 km), im Norden an Serbien (101 km) und im Nordwesten mit 160 km an den Kosovo. Etwa 4.900 km² der Landfläche nehmen relativ flache Hoch- und Tiefebenen entlang der Flüsse und Talkessel ein.

Bild zeigt eine Karte von Nordmazedonien.

Die größten Hoch- und Tiefebenen sind:

Ovče Pole-Ebene (rund um den Fluss Sveti Nikole)

Pelagonien-Ebene (zwischen Prilep und Bitola)

Skopje- und Kumanovo-Ebene

Polog-Ebene (zwischen Tetovo und Gostivar)

Höchster Berg im Land ist mit 2.753 m der Korab im gleichnamigen Gebirge an der Grenze zu Albanien. Zweithöchster Berg ist der 2.747 m hohe Titov Vrv im Šar Planina Massiv der zwischen Kosovo und Nordmazedonien liegt. Weitere nennenswerte Bergmassive und Gebirgszüge sind das Jablanica-, Osogovo-, Galičica- sowie das Pelister-Gebirge.

Längster Fluss ist der Vardar (388 km) und größter See mit 350 km², der Ohridsee. Der zu den ältesten Seen der Erde zählende Ohridsee liegt zum größten Teil auf nordmazedonischem Staatsgebiet, zu einem kleineren Teil auf albanischem.

Ein weiterer großer See ist mit 273 km², der im Dreiländereck von Nordmazedonien, Albanien und Griechenland, liegende Prespasee. Ende 2019 hatte Nordmazedonien eine Einwohnerzahl von mehr als 2 Millionen Menschen.

Im Land leben über 9 ethnische Gruppen. Die slawischen Mazedonier stellen dabei mit über 60 % den größten Bevölkerungsanteil. An zweiter Stelle rangieren mit über 25 % die im Westen Nordmazedoniens lebenden Albaner, während Türken, Roma, Serben und Bosniaken ethnische Minderheiten sind. Kleinste Volksgruppe sind mit unter 1 % die Aromunen/Meglenorumänen. Die offizielle Sprache im Land ist Mazedonisch (erste Amtssprache) sowie Albanisch.

Bedeutende Städte

Skopje

Hauptstadt und größte Stadt von Nordmazedonien

Kumanovo

zweitgrößte Stadt im nördlichen Teil Nordmazedoniens, nahe der serbischen Grenze

Bitola

drittgrößte Stadt Nordmazedoniens, am Fuß des Baba-Gebirges, 13 km vor der griechischen Grenze

Prilep

Stadt im Süden Nordmazedoniens

Veles

Altstadt am Fluss Vardar

Ohrid

Stadt am Nordostufer des Ohridsees

Berovo

Stadt im Ostteil Nordmazedoniens

Strumica

Stadt im südöstlichen Teil Nordmazedoniens

Novo Selo

Stadt 8 km vor der Grenze Bulgariens

Gevgelija

Stadt im Gevgelija-Valandovo Tal, 3 km von der griechischen Grenze entfernt

Tourismus

Der Tourismus hat Nordmazedonien noch nicht so richtig entdeckt. Das Land auf dem Balkan gilt daher immer noch als Geheimtipp. Nordmazedonien bietet seinen Besuchern eine überwältigende Vielfalt an landschaftlichen, kulturellen und kulinarischen Höhepunkten. Die herzliche Gastfreundschaft seiner Bewohner ist sprichwörtlich.

Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Zwecke in Nordmazedonien kein Visum, wenn sie sich im Land nicht länger als 90 Tage aufhalten. Die Verkehrsinfrastruktur ist im Allgemeinen gut. Die Haupttransitstrecken wie Schnellstraßen und Autobahnen sind einwandfrei ausgebaut aber gebührenpflichtig. Überlandstrecken hingegen sind mit Vorsicht zu genießen. Viele Spurrillen machen das Fahren zum vor allem bei Nässe zum Abenteuer.

Das Klima in Nordmazedonien ist überwiegend kontinental. Die Sommer sind teils sehr heiß, die Winter angenehm mild. Vereinzelt kommen Erdbeben vor.

Sehenswürdigkeiten

Die 4 beliebtesten Reiseziele in Nordmazedonien sind der Galicia Nationalpark, der Matka Canyon, der Ohridsee und natürlich die Hauptstadt Skopje:

Galicia Nationalpark

Das üppig bewaldete Gebirge wurde 1985 zum Nationalpark erklärt und steht seither unter dem Schutz der Regierung. Der 241,51 km² große Nationalpark liegt zwischen dem Ohrid- und dem Prespasee im Südwesten von Nordmazedonien. Die höchste Erhebung ist mit 2.255 m der Magaro. Im Nationalpark gibt es eine große Anzahl von gut ausgeschilderten Wanderwegen. Neben dem Wandern kann man aber auch Klettern oder Gleitschirm fliegen. Die einzige Abzweigung zum Park befindet sich auf der Straße von Trpejca nach Sveti Naum. Der Einfahrt in den Park mit dem Auto ist gebührenpflichtig aber sehr günstig. Sie kostet etwa 30 Dinar (ca. 30 Cent) pro Person und 50 Dinar (ca. 80 Cent) pro Auto.

Ohridsee

Wer in Nordmazedonien Urlaub macht, sollte unbedingt den Ohridsee besuchen, solange er noch als Geheimtipp gilt. Der größte See Mazedoniens steht kurz davor sich zum Publikumserfolg zu entwickeln. In den den ehemaligen Staaten Jugoslawiens zählt er bereits zu den beliebtesten Reisezielen. Am Ohrid-See sind allerlei Aktivitäten möglich.

Von einer Schifffahrt zur Klosteranlage Sveti Naum, Struga oder zum Wassermuseum „Bay of Bones“, über eine Kajak-Tour oder eine Bootsfahrt vorbei an der Kirche Jovan Kaneo, bis hin zu Spaziergängen am Fuße der Klippen zu Jovan Kaneo oder einfach nur ein gemütlicher Badeurlaub am Seeufer. Von von Juli bis September liegen die Wassertemperaturen bei etwa 23 Grad. Eine Abkühlung im See kommt gerade recht, denn bei Tageshöchsttemperaturen von bis zu 28 Grad im August gerät so mancher Urlauber ins Schwitzen.

Das im 9. Jahrhundert von dem Gelehrten Naum (Slawenapostel und Heiliger) erbaute Kloster liegt am Ufer des Ohridsees und ist Unesco-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend ist die dreischiffige Kreuzkuppelkirche, mit unzähligen Fresken im Inneren, die Szenen aus dem Leben Naums und dem damaligen Alltagsleben der Mönche beschreiben. In der Anlage befinden sich auch einige Restaurants, die im Sommer geöffnet haben. Das Wassermuseum „Bay of Bones“, ebenfalls ein Muss am Ohridsee, ist die unverfälschte Rekonstruktion einer alten Pfahlbausiedlung.

Matka Canyon

Die ganz in der Nähe von Skopje liegende bis zu 35 m tiefe Schlucht, ist im Gegensatz zur Hektik der Großstadt, der ideale Rückzugsort für Ruhesuchende. Über eine Fläche von ca. 5.000 ha erstreckt sich dieses wahre Naturwunder, dass der Fluss Treskta im Verlauf von Jahrhunderten erschaffen hat. Im Matka Canyon gibt es 10 Höhlen mit Tiefen zwischen 20 und 176 m. Darunter ist die Vrelo-Höhle mit ihren zahlreichen Stalaktiten und den 2 Seen am Ende der Höhle. Sie ist bei Besuchern besonders beliebt.

Ein Highlight ist ein großer Stalaktit in der Mitte der Höhle, der wegen seiner besonderen Form Tannenzapfen genannt wird. Den Canyon kann man zu Fuß oder mit dem Kanu erkunden. Zu Fuß begleiten den Wanderer zahlreiche Tierbewohner, insbesondere 77 Arten einheimischer Schmetterlinge. Wer nicht so gut zu Fuß ist, für den empfiehlt sich auch eine der geführten Bootstouren mit Höhlenbesichtigung (Kostenpunkt etwa 6-7 Euro). Für Urlauber in Skopje lohnt sich ein Abstecher in den Matka Canyon allemal.

Skopje: In Skopje gibt es einiges zu sehen.

Die oberhalb der Stadt auf einem Hügel thronende Festung Kale ist ein guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Nach einem fantastischen Rundblick auf die Stadt kann die Erkundung der Sehenswürdigkeiten beginnen

Die Altstadt Stara Carsija erstreckt sich von der Bingo-Brücke bis zum Pit Basar, dem heutigen Markt in der Stadt. Die beschauliche Altstadt mit ihren Moscheen, vielen kleine Läden, Hammams, Märkten sowie Restaurants und Imbissläden ist einen Besuch wert.

Vardar-Brücke: Die 214 Meter lange und 6 Meter breite steinerne Brücke über den Fluss Vardar ist ein Wahrzeichen von Skopje und verbindet die Altstadt mit dem Zentrum. Die Brücke mündet direkt in den Plostad Makedonija, den Hauptplatz in Skopje

Die zahlreichen Moscheen sind ein weiterer Höhepunkt in Skopje. Die berühmteste und größte ist die Mustafa-Pascha-Moschee; die älteste ist die Hjunkar-Moschee. Ebenfalls sehenswerte Moscheen sind die etwas kleinere Murat-Pascha-Moschee und die Aladza-Moschee

Die von Daut Pascha um das Jahr 1500 errichtete öffentliche Badeanstalt Daut-Pascha-Hamam beeindruckt mit 15 Kuppeln, beherbergt aber inzwischen die Nationalgalerie mit Kunst vom 14. Jahrhundert bis heute

Die hinter Mauern versteckt liegende Klosterkirche Sv. Spas aus dem 18. Jahrhundert sieht von außen recht bescheiden aus, verbirgt aber in ihrem Inneren eine prächtige mit Ikonen geschmückte Wand (Ikonostase) aus Nußbaumholz

Der rote Uhrturm ist der höchste seiner Art in Nordmazedonien und bietet aus 40 m Höhe einen herrlichen Ausblick auf Skopje

In der heutzutage größtenteils von Cafés und Geschäften gesäumten Fußgängerzone Ul. Makedonija kann man noch Spuren der ehemaligen urbanen Architektur entdecken. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel ist der Ristic-Palast

Gastronomie

In Nordmazedonien wird generell viel gegessen und getrunken. Eines der ältesten traditionellen Gerichte, ist Tavce Gravce, das sind gebackene weiße Bohnen, mit Fleisch, Gemüse und Paprika in Tontöpfen serviert. Beliebte Vorspeisen sind Schopska-Salat, Tarator (kalte Gurkensuppe), Kaymak (Milchspeise), Torshi (in Essig-Salz-Lake eingelegtes Gemüse), Avjar (Mus aus Paprika) sowie Leblebi (geröstete Kichererbsen).

Als Hauptgericht gibt es verschiedene Fleischspezialitäten wie Cevapcici (gegrillte Hackfleischröllchen), Ražnjići (gegrillte Fleischspieße), Hacksteak oder Gulasch sowie Eintöpfe und Gemüse-Gerichte wie Pasulj (serbische Bohnensuppe), Pilaw (Reisgericht mit Fisch oder Fleisch), Gjuveč (Schmorgericht aus Gemüse und Fleisch), Moussaka (Gericht aus Auberginen und Hackfleisch).

Beliebte Desserts sind z. B. Vasina torta (mit Mandel-, Haselnuss- und Walnuss-Creme gefüllte Torte) oder Baklava (mit gehackten Walnüssen, Mandeln oder Pistazien gefülltes, in Honig- oder Zuckersirup eingelegtes Blätterteiggebäck). Verschiedene Käsesorten wie Kaschkawal (Käse aus Schafmilch), Feta (Salzlakenkäse) und Ricotta (Frischkäse) runden die Mahlzeit ab. Getrunken wird Boza (süßlich schmeckendes Bier).

Eine bekannte Biersorte in Skopje ist Skopsko pivo. Des weiteren wird Rakija (Obstbrand), Sahlep (süßes Milchgetränk) aber auch Wein angeboten. Ein Tipp zum Schluss: Wer mit Nordmazedoniern ein Restaurant oder ein Bar besucht, sollte niemals nur für sich selber zahlen. Entweder er lädt ein oder wird eingeladen. Alles andere wäre eine Beleidigung der Gastfreundschaft.